Wie man Menschen aufzeigen kann, warum sie Jesus brauchen

Mark Cahill gibt in seinem Buch "Was du im Himmel nicht mehr tun kannst" Christen nützliche Tipps und Tools auf den Weg, wie sie mit Menschen über den Glauben sprechen können. Bevor man ihnen jedoch das Evangelium erklären kann, ist es wichtig, ihnen aufzuzeigen, wieso sie Jesus überhaupt brauchen. Ein paar Gedanken aus dem Buch.

 

Wenn wir Menschen in eine Beziehung mit Jesus führen wollen, bringt es nicht viel, ihnen zu erklären, wie man Jesus kennenlernen kann, ohne ihnen zu zeigen, wieso sie ihn überhaupt in ihrem Leben brauchen. Das ist so, wie man jemandem die Lösung des Problems gibt, bevor er überhaupt ein Problem hat.

Mark Cahill schreibt: «Wenn Sie Ihren Glauben bezeugen, sollten drei Dinge in jedem Gespräch erwähnt werden: Sünde, Vergebung und das Kreuz. Wenn eins fehlt, ist das Evangelium nicht komplett und die Botschaft kommt nicht an.»

Was ist Sünde?

 Als erstes müssten die Menschen verstehen, was Sünde ist. Das griechische Wort für Sünde ist ein Begriff, der ursprünglich mit dem Bogenschiessen zu tun hatte und «das Ziel verfehlen» bedeutet. Es gibt eine bestimmte Norm, einen Massstab, den man verfehlt hat. Es wie das Schwarze auf einer Zielscheibe: Wenn der Pfeil den Mittelpunkt verfehlt, hat man das Ziel verfehlt! Das ist Sünde.

Die Menschen müssen daher das Ziel kennen, damit sie wissen, ob sie es getroffen oder verfehlt haben. In Römer 3,20 steht: «Denn kein Mensch wird jemals vor Gott bestehen, indem er die Gebote erfüllt. Das Gesetz zeigt uns vielmehr unsere Sünde auf.» Das Gesetz führt zur Erkenntnis, dass wir Sünder sind. Und in 1. Joh. 3,4 lesen wir: «Wer sündigt, lehnt sich gegen Gott und seine Gebote auf, denn sündigen heisst: Gottes Gebote missachten.» Oder in Römer 7, 7 heisst es: «Will ich damit etwa behaupten, dass Gottes Gesetz Sünde ist? Natürlich nicht! Das Gesetz an sich ist nicht sündig; aber durch das Gesetz erkannte ich erst meine Sünde. Ich hätte nicht gewusst, dass es falsch ist zu begehren, wenn das Gesetz mir nicht gesagt hätte: 'Du sollst nicht begehren.'» «Du sollst nicht begehren» ist das letzte Gebot der Zehn Gebote. Das Gesetz muss sich daher auf die Zehn Gebote beziehen, die sogar zweimal in der Bibel aufgelistet sind. Sie müssen also sehr wichtig sein, wenn Gott sie zweimal erwähnt.

Schuldig

Um den Menschen zu zeigen, dass sie Jesus brauchen, sind die 10 Gebote ein sehr gutes Tool. Denn in der Bibel steht: «Es hilft dann nichts, wenn ihr alle anderen Gebote Gottes genau einhaltet. Wer nämlich auch nur gegen ein einziges seiner Gebote verstösst, der hat das ganze Gesetz übertreten.» (Jakobus 2,10). Das ist ein sehr hoher Standard. Daran gemessen sind Adolf Hitler, Jack The Ripper, Osama Bin Laden, Billy Graham, Mutter Theresa, du und ich alle gleichermassen schuldig. Aber wie wir wissen, gibt es eine Hoffnung.

Der Zweck des Gesetzes ist, dass es uns direkt zu Jesus bringt. Die Menschen versuchen, durch ihre Werke gerechtfertigt zu werden, aber das Gesetz führt uns zu Jesus, so dass wir durch den Glauben und nicht durch unsere Werke gerechtfertigt werden. Es ist wie im Marketing: Werbefachleute sagen nie, warum ihr Produkt besser ist als das ihrer Konkurrenz. Stattdessen wecken sie Interesse an ihrem Produkt, so dass die Leute es kaufen wollen. Das ist genau das, was das Gesetz Gottes mit einem Sünder tut. Wenn das Gesetz Sündern dabei hilft, ihre persönliche Schuld vor einem heiligen und gerechten Gott zu erkennen, weckt es in ihnen ein Verlangen nach etwas, das sie von ihrer Sünde befreien kann. Sie haben dann ein Verlangen nach Jesus und nach seinem reinigenden Blut.

Gott hat das Gesetz in das Herz der Menschen geschrieben; ihr Gewissen bezeugt das. Die Verlorenen haben ein Bewusstsein ihrer Sünde. Wenn wir Menschen unseren Glauben bezeugen und dabei mit ihnen die Zehn Gebote durchgehen, können wir helfen, dieses Bewusstsein zu wecken, und dann werden sie erkennen, dass sie das Kreuz nötig haben.

Kommen Sie in den Himmel?

In der Praxis ist dies ganz einfach umzusetzen, und zwar im Zusammenhang mit der Fragen «Falls Sie heute Nacht sterben – sind Sie hundertprozentig sicher, dass sie in den Himmel kommen?» oder «Wenn Sie heute Nacht sterben müssten, vor Gott stehen würden und er fragen würde: 'Warum sollte ich dich in den Himmel lassen?', was würden Sie ihm sagen?». Wenn Sie dann antworten: «Weil ich ein guter Mensch bin», kann man erklären, dass Gott einen Massstab gegeben hat, um festzustellen, ob wir gut sind und auf die Zehn Gebote verweisen.

Man könnte zum Beispiel sagen: «Lass uns mal sehen, wie Sie abschneiden würden. Haben Sie schon einmal gelogen?» Die Antwort ist sehr wahrscheinlich «Ja». Die nächste Frage ist dann: «Was sind Sie also?» Und wenn die Person mitmacht, sagt sie: «Ein Lügner». Und weiter: «Haben Sie schon einmal etwas gestohlen?» «Ja.» «Was macht das aus Ihnen?» «Einen Dieb.» «Haben Sie jemals in Ihrem Herzen jemanden begehrt?» «Natürlich.» «Jesus sagt, dass das wie Ehebruch ist. Nun haben Sie selbst gesagt, dass Sie ein Lügner, ein Dieb und ein Ehebrecher sind. Das klingt nicht halb so gut, wie Sie noch vor ein paar Minuten behauptet haben. Sind Sie nun am Gerichtstag schuldig oder nicht schuldig?»

Wenn die Menschen die Wahrheit hören, sehen sie plötzlich, dass sie nach Gottes Standard gar nicht so gut sind, wie sie dachten. Eine der grössten Lügen, die Satan den Menschen erzählt, ist, dass sie am Gerichtstag gut genug vor Gott sind. Damit sie das erkennen, müssen wir ihnen nicht mal sagen, dass sie Sünder sind. Sie sagen das selbst. Deshalb braucht man sich keine Sorgen zu machen, Leute zu beleidigen, wenn man die Zehn Gebote beim Zeugnisgeben benutzt. Die Suchenden geben mit Worten nur das zu, was sie in ihren Herzen längst wissen.

Um überzuleiten, kann man fortfahren: «Wenn Sie am Gerichtstag statt 'schuldig' 'nicht schuldig' werden könnten, wäre das nicht eine gute Nachricht?» Wenn die Menschen an diesem Punkt ihre Sünde erkennen, können sie es nicht erwarten, die gute Botschaft zu hören und man kann mit ihnen über Busse, über das Kreuz und über das sprechen, was das Blut Jesu für die Person bedeutet. Dann sind sie auch sehr interessiert, weil sie nun ihre Bedürftigkeit erkennen. Wenn wir unseren Glauben bezeugen, wollen wir den Menschen oft schon die Antwort geben, obwohl sie die Frage noch gar nicht kennen!

Buße tun

Das griechische Wort für «Busse tun, bereuen» besteht aus zwei Silben: «denke wieder» oder «umdenken». Es ist nicht ein Bereuen der Taten wegen der Folgen, sondern ein «Bedauern über den eingeschlagenen Weg», das zu einer Sinnesänderung führt. Busse bedeutet also nicht, dass wir uns schlecht fühlen, weil wir dabei ertappt wurden, als wir etwas Falsches taten. Wahre Busse heisst, dass wir unsere Einstellung über unsere Sünde ändern und dass sich folglich unsere Taten ändern.

 

Die beiden hebräischen Wörter für Busse bedeuten «umkehren». Das zeigt uns: Nachdem wir die Dinge der Welt mit Gottes Augen gesehen haben, sollen wir sie so sehr hassen, dass wir ihnen unseren Rücken zuwenden und einfach weggehen – zu unserem Schöpfer als unseren Führer und Ursprung.

 

Wenn kein Verlangen zur Umkehr von der Sünde da ist, kann auch keine echte Herzensübergabe an den Retter geschehen. Gott zieht die Menschen zu sich, weg von ihrer Sünde. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen, bevor sie ein Übergabegebet sprechen, realisieren, dass man nicht Christ werden kann und die gleiche Person bleiben kann. Wenn eine Person wiedergeboren ist, ändert sich ihr Leben. Es bedeutet sicher nicht, dass wir, wenn wir errettet werden, vollkommen sind; es beginnt aber durchaus ein Heiligungsprozess und wir werden Christus immer ähnlicher. Aber Veränderung geschieht nur, wenn ein Wunsch nach Veränderung da ist.

Neuanfang

Mark Cahill schreibt zur Lebensübergabe: «Bitte sei dir bewusst, dass Menschen nicht Christen werden, indem sie Jesus bitten, in ihre Herz zu kommen, oder indem sie eine Entscheidungskarte unterschreiben.» Jesus sagte, dass wir von Neuem geboren werden müssten (Johannes 3, 3). Johannes 3, 16 macht uns auch klar, dass wir an Jesus glauben müssen. Aber Glaube ist viel mehr als die Anerkennung von Fakten. Es ist ein Überzeugtsein, bei dem man vollständig auf etwas vertraut. So heisst es auch in Römer 10, 9: «Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: 'Jesus ist der Herr!', und wenn du von ganzem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet werden.» Wir bekennen nicht einfach, dass wir nicht in die Hölle, sondern in den Himmel wollen; wir bekennen, dass Jesus Herr ist! Gott möchte eine völlige Hingabe unseres ganzen Seins. Deshalb sollte man die Person vor einem Übergabegebet fragen, ob Sie ihr Leben Jesus übergeben und damit ihm die vollständige Herrschaft über ihr Leben geben möchte.

In 2. Korinther 5, 17 steht: «Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas Neues hat begonnen!» Wenn jemand Jesus sein Leben übergibt, ist er nicht eine neue und veredelte Auflage des alten «Ich», sondern ein neuer Mensch in Gott. Gott ist nicht ein Zusatz im Leben, sondern derjenige, der den Sünder umgestaltet und erlöst. Jesus ist nicht ein bestimmtes Ticket, das Menschen von der Hölle rettet. Er ist der Heiland der Welt und möchte, dass wir uns ihm unterwerfen. Er möchte jeden Bereich unseres Lebens vollständig verändern. Wenn wir Sünde bekennen, unser Leben Jesus übergeben und ihn zum Herrn machen, wird unser Leben anders werden!

 

Zum Buch:
Was du im Himmel nicht mehr tun kannst, Mark Cahill (Deutschland / Schweiz)

 

Datum: 21.02.2016
Autor: Anja Janki
Quelle: Livenet


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Brunhilde (Dienstag, 30 August 2016 21:26)

    Ja, auch der neuseeländische Evangelist Ray Comfort hat in seinem Vortrag "Das bestgehütete Geheimnis der Hölle" darüber geschrieben. Er hat das Staubtuch beim Evangelisieren aus der Hand gelegt und die "10 Kanonen Gottes" aufgerichtet.
    Auch ich habe beim Evangelisieren schon Gottes Wirken erlebt. Zum Beispiel hat ein Mann bekannt, dass er vor Gott durch Ehebruch schuldig geworden ist. Es kam Reue über ihn. Er bekannte seine Schuld, und ich durfte für ihn beten, dass er sich mit Gott versöhnt.